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Wie alles begann – und warum miavola heute so vielen hilft

27.08.2026

Wie alles begann – und warum miavola heute so vielen hilft
Inhaltsverzeichnis

„Das ist halt so und damit musst du leben" ist ein Satz, an dem ich nie Gefallen gefunden habe. Ich kenne ihn gut. Als Kind hat sich bei mir eine Neurodermitis entwickelt, und die Antwort war jahrelang dieselbe: Cortisoncreme, damit muss man leben. Irgendwann tut man sich notgedrungen damit ab. Der Arzt wird schon Recht haben, und man selbst hat sich das mit den anderen Wegen wohl nur eingebildet.

Dass sich das gedreht hat, verdanke ich einem Zufall. Ich saß in einem Job-Interview bei einem Naturarzt, für den ich das Online-Marketing aufsetzen sollte. Und im Nebensatz erwähnt sein Sohn, der das Gespräch führte, dass sein Vater selbst Neurodermitis hatte – und das Thema für sich gelöst hat. Ich nur so: „Moment, was?" Du kannst dir vorstellen, wie sehr ich mich ins Zeug gelegt habe, um diese Stelle zu bekommen. Es gab in dem Moment nichts Wichtigeres.

Die drei Jahre dort waren wie eine Ausbildung. Nicht nur zu Kräutern und Mineralstoffen, sondern vor allem zur Haltung: Es ist nichts falsch mit mir. Ich hatte einfach nur noch nicht die richtigen Fragen gestellt oder den richtigen Weg gefunden. Heute vergesse ich, dass ich das mal hatte.

Als ich diesen Glauben an „es geht auch anders" entwickelt hatte, konnte ich zum allerersten Mal links und rechts schauen, was andere Menschen plagt. Und da war meine Mutter.

Meine Mutter und ihre Frustration gegenüber dem Arzt

„Ich hab keine normale Unterfunktion der Schilddrüse, ich hab etwas anderes. Irgendwas mit H… mir fällt gerade der Name nicht ein", sagte sie. Erklärt hatte man es ihr sicher irgendwann – hängen geblieben ist es nie. Es war Hashimoto. Das sei wohl etwas Selteneres, da könne man nicht so viel machen. Sie nehme ja schon ihre Tabletten.

Und weil das oft untergeht: Hashimoto ist eine Autoimmunerkrankung. Das Immunsystem greift die eigene Schilddrüse an, und was an Gewebe verloren geht, kommt nicht zurück. Es geht also nicht nur darum, fehlendes Hormon zu ersetzen – sondern auch darum, was mit dem Immunsystem passiert. Diesen Teil hat bei meiner Mutter nie jemand angesprochen.

Während sie immer ihren Mittagsschlaf brauchte, um den Tag zu überstehen. Das Gewicht zunahm. Knochen wehtaten und und und.

Irgendwann war dann der Moment, wo ich mich getraut habe, nach dem Laborbefund zu fragen. Wenn im Praxisalltag keine Zeit dafür bleibt, dann mache ich das halt. Es war ein komisches Gefühl, weil ich wusste: Das wird jetzt unangenehm. Der Partner meiner Mutter hat mich damals nicht als Experten wahrgenommen – und jetzt stelle ich auch noch den Mann im weißen Kittel infrage. Alles andere als einfach. Aber ich wusste, ich muss das für meine Mutter lösen, wenn sie selbst nicht die Energie hat, die richtigen Fragen zu stellen.

Auf dem Befund stand: weiterhin beobachten, in sechs Monaten zur Kontrolle. Bei uns kam es so an: „Wir wissen nicht weiter, ich hoffe, das regelt sich von alleine."

Und wenn ich dir jetzt noch von den ewigen Versuchen mit der Einstellung erzähle, wirst du wahrscheinlich ahnen, was kommt. Kaum die Dosis gesteigert → Herzrasen. Dosis wieder runter → alle Symptome wieder da. Na wunderbar. Einfach mal weiter beobachten.

Bei Hashimoto heißt weiter beobachten: bis die Schilddrüse ihr ganzes Gewebe verloren hat. Meine Mutter ist jetzt Expertin für Beobachtung, mit 2 ml Restgewebe. Das sollte einen Orden verdienen, findest du nicht auch?

Dann kam sie von einem ganz normalen Arztbesuch nach Hause, hielt den Laborzettel in der Hand und sagte: „Der Arzt meint, der TSH ist in Ordnung. Er will nichts ändern."

Ihr ging es alles andere als gut. In dem Moment wurde mir klar: Das Problem ist nicht sie. Das Problem ist ein System, das sich zu sehr auf einen einzigen Wert verlässt.

Verwunderung macht sich breit

Ich hab bis heute nicht verstehen können, wie man sagen kann, meine Mutter sei gut eingestellt, wenn sie weiterhin all die typischen Symptome hat. Das geht nicht in meinen Kopf rein.

Ein einfacher Blick in die Literatur lässt schon vermuten, dass es Normalwerte und Optimalwerte gibt. Rolf Jansen-Rosseck sagte mal: „Ob jemand langsam oder schnell läuft, ist doch wohl ein himmelweiter Unterschied, etwa nicht?" Genau so ist es mit Hormonwerten. Ob jemand viel davon hat oder wenig – und damit mehr oder weniger Energie zur Verfügung –, ist das nicht logisch?

Ich will den Hausarzt meiner Mutter gar nicht an den Pranger stellen, seinen Namen wird hier niemand lesen. Es hat mir nur gezeigt, dass sie dort nicht an der richtigen Adresse war. Und mit großer Wahrscheinlichkeit ist das kein Einzelfall. Traurigerweise.

Der Befund, bei dem ich nur den Kopf geschüttelt habe

miavola gab es da schon ein paar Monate, als mir 2024 ein Befund meiner Mutter in die Hände fiel. Die freien Werte schon am unteren Rand, die Symptome unverändert – Übergewicht, Energiemangel – und die Empfehlung lautete: Dosis leicht reduzieren. Weil der TSH unterdrückt war.

Witzig ist ja: Neu ist das nicht. Robert Utiger, einer der Mitentwickler des TSH-Tests, schrieb schon 1989 im New England Journal of Medicine, dass TSH unter Schilddrüsenhormon-Therapie sinken oder unterdrückt sein kann. Die Unterdrückung ist also eine zu erwartende Reaktion – kein Beweis für eine Überfunktion.

Wie soll jemand eine Überfunktion haben mit all den Symptomen einer Unterfunktion? Das erschließt sich mir bis heute nicht.

Vitamin D? War am allerunteren Ende des Referenzbereichs. Milde Dosierung von 1.000 Einheiten, weiter beobachten. (Heute wissen wir über die Genetik, dass sie eine Vitamin-D-Rezeptorresistenz hat und schlicht mehr braucht als andere.)

Und Selen wurde gar nicht erst abgenommen. Obwohl die Literatur es eng mit der Umwandlung und den Hashimoto-Antikörpern in Verbindung bringt.

Ähnlich ist es mit Vitamin D und Omega-3: In der Forschung wird seit Jahren diskutiert, welche Rolle diese Werte bei Autoimmunprozessen spielen. Gesprochen hat darüber mit meiner Mutter nie jemand.

Nicht, dass meine Mutter nicht danach gefragt hätte. Sie erzählt es so:

„Bei meinem letzten Termin beim Nuklearmediziner bat ich eindringlich um eine umfassendere Blutuntersuchung – selbstverständlich auf eigene Kosten. Ich wollte endlich verstehen, warum es mir trotz Behandlung nicht besser ging. Statt auf meine Bitte einzugehen, wurde ich gefragt, was ich mir von diesen Untersuchungen überhaupt erhoffen würde. Für mich war diese Frage schwer nachvollziehbar. Ich wollte Klarheit über meinen Gesundheitszustand und hielt Werte wie Selen für wichtig, um das Gesamtbild besser zu verstehen. Nach einer längeren Diskussion wurde dieser Wert dennoch nicht bestimmt."

Sie wollte es selbst bezahlen. Und wurde gefragt, was sie sich davon erhofft. Da einfach zu sagen „Reduzieren Sie Ihre Dosis" und zu beten, dass sich etwas ändert – das hat mich sogar böse gemacht. Liegt es daran, dass im Quartal ein Budget im Nacken sitzt und jede zusätzliche Untersuchung begründet werden will? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, wie es sich für meine Mutter angefühlt hat.

Mir hat folgendes Gedankenexperiment geholfen

Ein Arzt hat ein paar Minuten pro Patient. Und ein gewisses Budget pro Quartal. Warum sollte ich als Arzt beim gesetzlich versicherten Patienten mehr machen als notwendig, wenn das Budget gar nicht da ist und ich mich anschließend mit den Krankenkassen verargumentieren muss? Hättest du Lust auf diesen Streit?

Ärzte sind nicht die Bösen. Das System, das alles auf einen einzigen Wert verengt, ist das Problem.

Vieles davon wussten wir schon mal

Viele wissen gar nicht, dass bis Ende der 1960er andere Präparate gängiger waren: Schilddrüsenextrakte, die bereits T3 enthielten. Und dass man die Schilddrüse damals nicht über einen einzigen Laborwert beurteilt hat, sondern über Temperatur, Puls und Symptome. In der Literatur der Zeit liest man, dass viele Patientinnen damit gut eingestellt waren. Schade eigentlich, dass dieses Wissen abhandengekommen ist – dann müssten wir jetzt gar nicht über die Umwandlung schreiben.

Bei Rolf Jansen-Rosseck war ich damals selbst in der Praxis. Ich hatte ehrlich gesagt nur eine Angst: „Was ist, wenn er mich auch auf Schilddrüsenhormone setzt?" Das wollte ich auf keinen Fall. Heute bin ich froh, dass er meine kalte Körpertemperatur mit der Schilddrüse in Verbindung gebracht hat – etwas, das ich vorher nie gehört hatte. Durch ihn kam ich zu Broda Barnes und der Temperaturmethode. Ein Werkzeug, das so einfach ist, dass ich mich wundere, warum es nicht längst jeder kennt. (Fairerweise: klinisch etabliert, aber kein wissenschaftlich gesicherter Ersatz für eine Diagnose.)

Und man muss gar nicht am Rand suchen, um solche Sätze zu finden. Antonio C. Bianco, ehemaliger Präsident der American Thyroid Association, hat öffentlich eingeräumt, seinen Patienten jahrelang versichert zu haben, ihre Beschwerden hätten nichts mit der Schilddrüse zu tun. Heute sagt er, er schäme sich, wenn er mit diesen Patienten spreche. Wenn das jemand aus dieser Position sagt, ist die Frage wohl erlaubt, wie vielen es ähnlich geht.

Dass es auch anders geht, haben wir erlebt.

Meine Mutter hat, wie ich, das Glück gehabt, bei Dr. Anke Flintermann und später bei Dr. Ursula Ehrhorn vorstellig zu werden. Dort hat sie zum ersten Mal gemerkt, dass ein Arztbesuch sogar Freude machen kann – weil man nicht gegen eine Wand redet. Im miavola Medizin Podcast erzählt sie selbst, was sich dadurch verändert hat.

Deshalb habe ich miavola gegründet

Ich weiß, dass sich nicht jeder die teuren Termine bei ganzheitlich denkenden Ärzten leisten kann – finanziell nicht oder weil die Wartelisten zu lang sind. Ich weiß, dass nicht jeder die Muße hat, sich die Lektüre auf eigene Faust durchzuarbeiten. Ich weiß, dass nicht jeder auf PubMed gehen und Studien zu Nährstoffen und Schilddrüse lesen möchte. Ich verstehe das alles. Meine Mutter hatte einen Vollzeitjob, hat uns Kinder erzogen, musste sich um alles kümmern – wie soll da noch Zeit und Kraft bleiben, sich auch noch mit der Schilddrüse auseinanderzusetzen?

Deshalb habe ich zusammen mit zwei Mitgründern miavola gegründet. Einerseits, um das Wissen einfach herunterzubrechen. Andererseits, um Produkte zu entwickeln, die da ansetzen, wo der eine oder andere eine Schwachstelle haben kann. Unser erster Baustein war der Umwandler, ein Leber-Komplex – benannt nach genau dem Schritt, an dem so viel hängt. Denn es ist nie nur die Schilddrüse.

Und weil man vieles besser hört als liest, starten wir gerade mit Dr. Ursula Ehrhorn den miavola Medizin Podcast. Zusammen mit meiner Kollegin Eva, die selbst eine Unterfunktion hat. Ärztin und Betroffene – ein Duo, das genau das macht, worum es hier die ganze Zeit geht: komplizierte Erkenntnisse greifbar machen.

Damit das klar ist: Ich bin kein Arzt. Mein Beitrag ist Zuhören, Sammeln, Ordnen. Das fachliche Fundament tragen andere – der wissenschaftliche Beirat von miavola, gestützt unter anderem auf die Arbeiten von Antonio C. Bianco. Wir stellen keine Diagnosen und geben keine Heilversprechen.

Ich trete so lange an, bis jede Betroffene die Zusammenhänge für sich versteht. Bis es normal ist, dass man seine Werte testen lassen kann – nicht nur den TSH. Bis das Fundament für die schönen Jahre im Alter gelegt ist und wieder Wohlbefinden einkehren kann. Dafür trete ich an.

Meine Mutter hat heute wieder Energie. Und, fast noch wichtiger, die Hoffnung zurück, dass Gesundheit steuerbar ist.

Niemand sollte sich mit „Das ist halt so" abfinden müssen, wenn die Forschung längst weiter ist, als es im Praxisalltag ankommt.